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Verlegepraxis Terrassendielen

15 Feb 2017, Posted by Andre Sudholt in Aktuelles

Tipps aus der Verlegepraxis für Terrassendielen

Auch wenn es draußen weiter winterlich bleibt, so steht die Outdoor-Saison 2017 sicher bald vor der Tür. Der Holzhandel freut sich über eine anhaltende Beliebtheit von Outdoor-Terrassen aus Holzdielen. Doch der Umgang mit Terrassendielen erfordert spezielles Fachwissen – darauf weisen auch unsere Fachveröffentlichungen hin. Hier gibt es ergänzende Hinweise aus einem anderen Blickwinkel.

Einige der Hauptprobleme beim Verlegen von Terrassendielen:

Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion sollte so ausgeführt werden, dass sie Durchbiegungen verhindert. Abstände von 40 bis 100 cm sind üblich, wobei letzteres Maß eher für Aluprofile gilt. Die Abstände zwischen den Latten selbst sollten holzartenabhängig zwischen circa 50 und 70 cm (Angabe GD Holz Terrassendielen-Broschüre) betragen, um zu große Formänderungen zu vermeiden. Die enormen Kräfte massiver Tropenhölzer müssen bei der Wahl der Auflagedistanzen ins Kalkül gezogen werden.

Speziell drehwüchsige Hölzer sind bei zu großen Lagerabständen kaum noch zu beherrschen. Auch die möglichst Rand nahe Position der letzten Auflage spielt eine Rolle, damit bei Belastung nicht zu viel Bewegung in die Dielenenden kommt. Überstände mit Stolpergefahr wären eine weitere Folge.

Ausreichende Durchlüftung

Häufig trocknet das Holz oberflächlich schnell ab, während sich unterseitig Feuchte-Nester bilden. Verbindungs- bzw. Befestigungsmittel, die Dielen und Lager auf Abstand halten, sorgen für die notwendige Zugluft.

An allen Anschlüssen sind ebenfalls ausreichende Abstände vorzusehen, da sich dort Schmutz verfängt, sich Nässe im direkten Kontakt mit einer Wand stauen kann, das Holz aufquillt und gar langfristig zersetzt.

Die Empfehlung einer maximal möglichen Konstruktionshöhe im Unterbau dient vorrangig einer guten Durchlüftung. Darum sollte man bei Flächenabschlüssen Öffnungen vorsehen, denn es gilt der Satz: Je trockener eine Unterkonstruktion, desto länger die Lebensdauer.

Holzfeuchte messen

Die Holzfeuchte von Terrassendielen liegt idealerweise bei 14 % bis 18 %. Die Schwankungen sind allerdings oft größer, da tropische Holzarten meist nicht technisch, sondern luftgetrocknet werden.

Daraus resultieren Holzfeuchten von 20-25 %, welche zu hoch sind und speziell in heißen Sommern dazu führen, dass durch das Aufheizen Schwindprozesse einsetzen, die erhebliche Rissbildungen zur Folge haben.

Insbesondere gilt es, diese Zusammenhänge auch deshalb zu beachten, weil massive Hölzer mit häufig sehr hoher Rohdichte und entsprechend hohen Quell- und Schwindmaßen eingesetzt werden. Eine vorherige Holzfeuchte-Messung ist deshalb bei Outdoor-Dielen dringend empfohlen.

Veränderungen unter Witterungseinflüssen

Ein nicht zu vernachlässigendes Thema ist die Rissbildung der Dielen, wobei eindeutig festgestellt werden muss, dass kleinere Oberflächenrisse niemals ganz zu verhindern sind und als natürliche Holzeigenschaft zu tolerieren sind.

Mit tieferen Rissen versehene Dielen sollten jedoch rechtzeitig ausgewechselt werden, um einer Verletzungsgefahr vorzubeugen. Generell hilft nur ein sorgfältiges Sortieren vor Beginn der Arbeit.

Einige Holzarten neigen zum Ausbluten bzw. Auswaschen der Inhaltsstoffe. Das muss man wissen, sonst sind sehr unschöne Verfärbungen an weiß verputzten Häuserwänden oder Fassaden, die unangenehme, zumeist schwer zu beseitigende und damit sehr kostenintensive Folge. Dieser Prozess, der bei farbintensiven Hölzern in der Regel lediglich zwei- bis dreimal auftritt und dann stark abklingt, muss mit geeigneten Mitteln verhindert werden.

Auch die natürliche Vergrauung der Hölzer ist in keinem Fall vollständig zu verhindern, weder bei komplett unbehandelten, transparent noch bei farblich geölten Elementen.

Während die Farbpigmente bei rechtzeitiger Nachbehandlung, die je nach Beanspruchung ein- bis zweimal im Jahr erfolgen sollte, diesen Prozess weitest möglich hinauszögern, erhalten unbehandelte Hölzer ihre Patina bereits nach drei bis vier Monaten. Das gilt für die Eiche genauso wie für die Lärche oder irgendein farbintensives Exotenholz.

Wichtig ist immer, dass der Verbraucher über die natürlichen Holzeigenschaften informiert ist!

Literaturhinweise zum Thema:

  • Terrassen- und Balkonbeläge, GD Holz, 4. Auflage, Februar 2016
  • Fachregeln des Zimmererhandwerks 02 Balkone und Terrassen, Dezember 2015
  • Terrassenbeläge aus Holz, Holzforschung Austria, 3. Auflage, Juni 2016

(Quelle: bwd) – Foto: © J. Plößl

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